Brandenburg ist nicht Brasilien oder Freiheit wird immer mißverstanden als Freiheit der Blöden

In manchen Teilen Brasiliens, möchte man meinen, würden manche Kinder ihr letztes Hemd hergeben für die Teilnahme am Unterricht, um wenigstens Lesen und Schreiben zu lernen. In Brasilien findet auch der diesjährige Fußballwahnsinn statt, dem Vernehmen nach geht es bald los.

Und was macht Brandenburg? Die Regierung dort entscheidet, dass die Schulen in Brandenburg zur Weltmeisterschaft frei entscheiden können, wann der Unterricht startet. Weil die meisten Spiele erst um 22 Uhr stattfinden und man den Kindern die Freiheit geben will mit ein paar Tüten Chips und einem Kasten Bier die Spiele zu glotzen. Großes Verständnis hat Brandenburg dafür, dass man den Kindern nicht zumuten kann, am Morgen danach verkatert und durch Freude oder Schmach (je nach Ausgang der Spiele) geschwächt gleich wieder Algebra, Latein oder Geographie zu lernen.

Offensichtlich ist der Brandenburger ein Freund von Freiheit, zumindest der Freiheit nichts zu lernen. Warum also nicht grenzenlose Freiheit schaffen, indem man die Schule in Brandenburg ganz abschafft? Wer braucht schon Latein, Algebra und Dingsda, wenn man mit Chips und Bier Fußball glotzen kann? Den ganzen Tag - irgendein Sender wird schon irgendein Spiel auf der Welt zeigen.

Tags: 

Comments

comment: 

Nee, das hat nix mit Freiheit zu tun. Die Lehrer haben einfach Angst. Die Kids lernen ja schon  im Kindergartenalter so Sachen wie Judo, Karate, Tek Dingsbums. Also Lehrer haben die Wahl verdroschen zu werden (die gehen ja alle noch straffrei aus) bei einem Fußballverbot oder sie lockern proaktiv die Schulordnung. Dann sieht es so aus, als hätten sie noch was zu melden.

Aber ich gebe Dir Recht. Die Kinder in Brasilien lernen Straßenkampf zum Überleben, und erkämpfen sich die Freiheit zu lernen.

Auf einer Familienfeier in dem kleinen Dorf nahe der Donau, kam la cousine mit ihren 3 Kindern. Einer der zahlreichen älteren Gäste, meinte einen der Jungs spaßeshalber herausfordern zu können. Man musste das Kind schnell zurückhalten, bevor der Mann zu Boden ging.

Auf einem anderen Familienfest auf der anderen Seite der Donau, in einem kleinen abgelegenen Schlößchen, meinte die Mutter der gesamten Neuburger Aristokratie, Lehrer würden heute viel verständnisvoller mit den Kindern umgehen, nicht so wie in ihrer Zeit. Drauf meinte mein alter Freund, ihr Sohn, das läge daran, das läge daran, dass die Kinder heute alle bis unter die Zähne bewaffnet in die Schule kämen.